Midgard

Ginungagap Weltenanfang Thing









Odins wilde Jagd

Und wiedermal war klein Walkürchen auf einem Konzert. Diesmal war es die „Ragnarök’s Aaskereia Festival Tour“ (derjenige, der sich diesen Namen ausgedacht hat, gehört verprügelt; nur mal so am Rande) am 16.10.2008 im Backstagewerk München.
Mit dabei: Gwydion, Alestorm, Hollenthon, Svartsot und Týr.
Im Vornherein gab es mal wieder das beim Backstage wohl übliche „Wann fängt eigentlich mein Konzert an?“. Auf den Karten stand Beginn 19:00 Uhr, auf der Seite des Veranstaltungsortes Beginn 20:00 Uhr. Nach weiteren Verwirrungen, denn auf den MeinPlätzchen-Seiten der Musiker stand auch 20:00 Uhr, einigte man sich hier darauf, dass man gegen 19:00 Uhr an der Halle sein wolle. Gesagt, getan und prompt durfte man sich durch Lovex-Mädchen wurschteln und sich zu den Menschen mit dem wikingerischen Aussehen gesellen und dort ein einigermaßen trockenes Plätzchen unter einer Palme besetzen. Beginn war natürlich nicht um 19:00 Uhr, aber man durfte schon um 19:30 Uhr in die Halle.
Nun denn, es herrschte mal wieder wahnsinniger Andrang, wie letztes Jahr auf der „Viking Warrior Raid“ mit Menhir und Konsorten. (Für die Namen der Touren gehören die Urheber aber wirklich allesamt gefoltert. Das tut ja in den Fingern weh beim Schreiben).

Los ging es dann endlich mal mit Gwydion. Die Demo-Aufnahmen, die bei mir auf dem Rechner rumflattern haben mich nicht so begeistern können, der Auftritt auch nicht viel mehr, wobei es recht lustig klang. Hochwertig oder gar anspruchsvoll ist es eher nicht.
Nette Musik, und jetzt im Nachhinein, wo ich mir mal zwei aktuelle Lieder angehört habe, muss ich sagen, die Buben sind live deutlich besser als auf CD.
Zugegeben, schöne Haare hat der Sänger ja. *schmacht*
Als nächstes eroberten gewisse Dänen die Bühne.
Ich habe ja ein Faible für Dänen, besonders wenn sie Svartsot heißen und schönen Folk Metal machen. Auf CD sind Svartsot ja schon genial, aber was sie auf der Bühne abgeliefert haben, war einfach nur anbetungswürdig gut. Es ist schwer, wenn man Folk mit hübschen Instrumenten wie Flöte etc. macht, diesen auch live zu spielen. Die Speckdänen haben dies aber exzellent gemeistert. Natürlich fiel dem mehr oder weniger eingefleischten Hörer auf, dass die Flöten fehlten, aber hej, tanzen hätte man schon drauf können, wenn man gewollt hätte, da „Havets Plage“, „Festen“, „Gravøllet“, „Spillemans Dåse“ und noch weitere, die mir leider entfallen sind, gespielt wurden. Einzig Moonsorrow beherrschen es noch besser, ihre Stücke auf der Bühne ohne jegliche Samples zu präsentieren.
Weiter ging das Programm mit Alestorm. Was die Schotten, die über Piraten singen auf einer Aaskereia (wilde Jagd, you know?) zu suchen hatten, ist mir schleierhaft...
Der Sänger hatte ein Umhänge-Keyboard, was ziemlich töfte war und auch sonst empfand ich es eher als fluffig rosa und habe mich lieber auf meinen Sitzplatz verzogen, um meinen Flüssigkeitsbedarf auszugleichen (ich Weichei habe Wasser getrunken).
Bei Hollenthon war es bei mir so ziemlich das gleiche Spiel wie bei Alestorm. Die Musik mag ja so ganz gut sein, aber live – nein danke. Denn wer immer Samples einspielen muss, weil er sich keinen Keyboarder leisten kann, ist in meinen Augen schon recht arm.
Dazu kam noch, dass es ja Österreicher sind und der Sänger die Ansagen in österreichischem Dialekt ablieferte. Ich bekomme furchtbare Aggressionen, wenn jemand Österreichisch, Bayrisch oder gar Sächsisch spricht. Dumme Sache.
Dann ENDLICH! kam die Hauptattraktion des Abends: TÝR (rein rechtlich übrigens auch Dänen, auch wenn die Schafsinsulaner das gar nicht gerne hören)
Intro war „Gandkvædi Trónda“, bis die Herren sich mal auf die Bühne bequemt hatten.
Weiter ging es mit „Sinklars Vísa“. Es ist einfach nur, pardon, geil, wenn die Mannen die erste Passage A-Kapella singen. Weitere Lieder die auf der Setlist standen: „Dreams“, „Gátu Ríma“, „Lokka Táttur“, das obligatorische „Hail To The Hammer“, „Wings of Time“, „Ragnarok“ *kreischquieksterb*, „The Wild Rover“ (nächstes mal lerne ich den Klaus und Klaus-Tanz und den Text ), „Ramund Hin Unge“ (was den Guckdänen von Svartsot neben mir sichtlich gefreut hat. Er hat gegringst und dann mitgesungen) und als Zugabe „Regin Smiður“.
Auf Richtigkeit besteht wie immer keine Gewähr.
Das war damit das längste Týr-Konzert, was ich erleben durfte. Auch wenn es körperlich für mich sehr böööse war, Bauchkrämpfe und so. Egal, Týr sind Týr und Heri sonstnochwer hat auch ein paar lustige Bemerkungen abgelassen.
Nach „Sinklars Vísa“ folgendes: Ein Blick auf die sich drängenden, drückenden Zuschauermassen: „Oh, this looks like a concert in your living room!“
Dann hätten wir da auch noch folgendes im Angebot: „Let me introduce you the Band. This is the God of Thunder werauchimmer(der Schlagzeugmensch) […] and this is blablubbla (der Typ mit den tollen Tätowierungen und dem tollen Double Nostril, der auch sehr nett anzusehen ist (ja, das sind die Dinge, auf die es im Leben ankommt ) the God of Sex…“
Der Blick bzw. das Grinsen von dem Typen war in dem Moment so Gold wert. =D Aaaachja.

So, nun kommt noch das obligatorische Gemeckere, denn natürlich war nicht alles perfekt, außer Týr und Svartsot eigentlich garnix, aber egal.
Der Lichtanlagenfritze war wohl Spastiker, zumindest ließen dies die ständig zuckelnden und einen blendenden Scheinwerfer vermuten. Manchmal war’s dann so duster, dass man die Musiker gar nicht mehr sehen konnte. Dazu kam dann noch der haltlos übertriebene Trockennebel. Meine Hand vor Augen würde ich schon noch ganz gern erkennen. Erleichtert auch erheblich das Sehen der Musiker auf der Bühne. Außerdem brennt das Zeug wie Feuer in der Kehle.
Der Tonmensch kann auch gleich mit abgeknallt werden. Bei Gwydion habe ich, dank meiner suuuuper tollen Spezialohrstöpsel sogar fast den Text verstanden. Bei Svartsot allerdings nahm die Qualität rapide ab.
Der Bass war bei allen zu leise, der arme God of Sex hat sich selber nicht gehört – ich ihn auch nicht – sein Mikrophon war auch kacke.
Und diese scheiß Schotten und die blöden Speckdänen und die doofen Portugieser, die sich zu edel waren, ihre Bierflaschen zurückzubringen und sie einfach auf den Boden gestellt haben waren auch nervig. *hüstel*
Ach blah, aber trotzdem soooooooooo ♥
21.10.08 23:55
 


















































































































































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