Midgard

Ginungagap Weltenanfang Thing









Von Nordmännern und solchen die es werden wollen

So, nun habe ich mich endlich mal aufgerafft, einen Konzertbericht oder so etwas in der Art von dem so genannten Paganfest in München zu schreiben.
Etwas hochwertiges oder aussagekräftiges ist hier nicht zu erwarten, schließlich handelt es sich um meine persönlichen (voreingenommenen) Eindrücke.
Stattgefunden hat das Ganze am 19.04.08 im Backstagewerk in München, Oberbayern,... lassen wir das…
Schon Monate im Voraus war das Konzert ausverkauft und wie zu erwarten wand sich eine lindwurmgleiche Menschenreihe vor dem Veranstaltungsort.
Der Aufbau der Halle ist auch etwas gewöhnungsbedürftig, befindet sich doch ein „Pott“ in der Mitte, der von Tribünen/Stufen/wie auch immer, der Größenordnung „für 2 ½ Menschen mit normalem Platzbedürfnis“. So zog der Lindwurm also mit alkoholischen Getränken bewaffnet in den Krieg. Geschätzte 1.500 Menschenwesen, wobei auf meine Schätzung kein Verlass ist, quetschten und drängelten sich in das Backstage. Das Publikum bestand, wie erwartet, zum größten Teil aus Jugendlichen mit oberflächlichem Musikgeschmack. Beschränkte sich die Vielfalt der Fan-Hemden doch ziemlich auf Amon Amarth, Eluveitie, Ensiferum, und seltener Moonsorrow.
Eingeengt zwischen großen Männern und kleinen Mädchen wartete man also gespannt auf die erste Gruppe, also wollen wir uns nicht länger mit sinnlosem Maulen und Meckern aufhalten.
Erste Gruppe, der „local support“, war Kromlek. Ein paar Jünglinge sprangen in rot-goldener Kriegsbemalung auf die Bühne. Die mit Instrumenten klimperten und schredderten vor sich hin, der Sänger mit zurückgegelten Haaren schüttelte fleißig den Kopf – „Bitte nicht …!“, denkt sich der Zuschauer. Vielleicht fürs nächste Mal merken – und grunzte unverständlich vor sich hin. Nun ja, wirklich neu war das nicht und umgehauen hat es wohl auch nicht viele.
Weiter ging es mit Equilibrium. Fand ich weder überragend noch schlecht. Klingt wie Equilibrium, macht Spaß wenn man dem Alkohol gefrönt hat und ist auch so ganz nett. Mehr ist nicht hängen geblieben.
Während der Umbaupause rannte ein Mann mit einem ausgestopften Dachs mit Gamsschädel, was auch sein Instrument gewesen sein könnte, wie mir im Nachhinein kommt, unter dem Arm auf die Bühne und setzte diesen behutsam auf die Bühne. Das kann nur eines bedeuten: Schweizer, also Eluveitie.
Musikalisch empfand ich es als Rumpeln, Scheppern und Brüllen. Einzig Dudelsack, Flöte und Geige waren nett anzuhören. Der Auftritt an sich war nicht schlecht, allerdings kann ich mit der Kombination aus Death Metal und Folk nicht wirklich warm werden. Aber auf jeden Fall klasse Musiker und ein guter Auftritt.
Die halbnackten Nordmänner, die nach Eluveitie die Bühne betraten waren Týr.
Týr wirkten deutlich besser gelaunt, als auf der Tour letztes Jahr. Allerdings fällt es den Jungspunden im Publikum heutzutage anscheinend schwer, Auftritte von „ruhigeren“ Bands angemessen zu verfolgen, und so leerte sich die Halle doch ein wenig.
Aber der Auftritt – was war das denn bitte? Fünf Lieder? Ähm… da kann die Band jedoch nichts für, schade war’s trotzdem, ich meine, noch nicht mal „Regin Smiður“...
Das erste Lied war vom neuen Album „Land“. Nachtrag: Es handelte sich um "Sinklars Vísa". Die Passagen an Anfang und Ende wurden A-Capella gesungen. Sehr geil.
Gespielt wurden auch noch „The Edge“, „Wings of Time“, „Hail to the Hammer“ und „Ramund hin unge“ . Wie gesagt, leider viel zu kurz.
Moonsorrow waren auch recht nett anzusehen - die Männer natürlich! - und die Zuhörerschaft war auch wieder vollständig da. Gespielt wurden „Raunioilla“, „Kylän Pässää“, „Pakanajuhla“, „Sankaritarina“, Happy Birthday für den Tastenmann und „Jotunheim“ featuring Korpiklaani-Sänger. Das „Ooooh“ von der ganzen Halle gesungen war wahnsinnig episch und dass bei einem eh schon so epischen Lied. Schade, dass der dicke Henri nicht dabei war, sondern so ein Glatzkopf.
Korpiklaani kann ich bis auf ein paar einzelne Lieder nicht so gut hören, weil mich das Humppa dumm im Kopf macht. Sonderlich innovativ ist die Zutatenliste auch nicht. Texte über Alkohol, eine Prise Gefiedel und Geflöte und eine Mischung zwischen Schreien und Singen.
Ich hatte den Eindruck, Korpiklaani spielten nur ein Mittelding zwischen „Beer Beer“ und „Let’s drink“. Naja, wenigstens haben sie „Hunting Song“ gespielt, eines der wenigen Lieder, die ich sehr gern mag, und es klang auch gar nicht nach „Beer Beer“. Toll fand ich auch, dass sich der Sänger auf seinen Baumstumpf gesetzt, seine Trommel ausgepackt und dem Publikum etwas schönes vorgetrommelt und –gesungen hat. Löblich.
Nachdem die Waldschrate von der Bühne verschwunden waren, stürmten auch schon halbnackte Männer in Schottenröcken und Kriegsbemalung im Gesicht eben diese. Nennen tun sich diese Zeitgenossen Ensiferum. Deren Auftritt fand ich trotz einiger nicht getroffener Töne genial. Man hat richtig gesehen, dass es ihnen Spaß gemacht hat.
Einzig festhalten muss ich noch den Kommentar meines Nebenmannes, als jemand ohnmächtiges, nach „Lai Lai Hei“ aus dem Pit getragen wurde: „Herzinfakt bei „Lai Lai Hei“ ist aber eine geile Art zu sterben.“
Mehr zu sagen habe ich dazu nicht, einzig, dass ich mich in dieser Halle wie in der Sauna gefühlt habe und das „Fest“ im Großen und Ganzen klasse war, auch wenn bei der Organisation wohl einiges schief gelaufen ist.
1.5.08 22:19
 


















































































































































Gratis bloggen bei
myblog.de